Mitarbeiterfotos auf der Website?
- Stephan A. Schwenker

- 26. März
- 2 Min. Lesezeit

Neulich hatte ich auf einem Netzwerktreffen ein interessantes Gespräch mit einem Unternehmer. Seine klare Position lautete: „Mitarbeiterfotos auf der Website? Auf keinen Fall. Ich möchte nicht, dass meine Mitarbeitenden von Headhuntern angesprochen werden.“
Diese Haltung war für mich in dieser Konsequenz neu. Doch ist das tatsächlich ein valider Grund, vollständig auf Mitarbeiterfotos zu verzichten?
Ich sehe das differenziert.
Ja, Sichtbarkeit kann theoretisch dazu führen, dass Mitarbeitende kontaktiert werden. In der Praxis gilt jedoch: Qualifizierte Fachkräfte sind ohnehin sichtbar – unabhängig davon, ob sie auf der Unternehmenswebsite erscheinen oder nicht.
Die entscheidendere Frage ist daher aus meiner Sicht eine andere: Welche Chancen lässt man ungenutzt, wenn man das eigene Team nicht zeigt?
Aus meiner Erfahrung als Fotograf und aus zahlreichen Projekten lassen sich dabei mehrere Punkte klar benennen:
Vertrauen statt Anonymität Menschen kaufen von Menschen. Eine Website ohne echte Gesichter wirkt schnell austauschbar und distanziert. Authentische Mitarbeiterfotos schaffen Nähe und Glaubwürdigkeit – oft ein ausschlaggebender Faktor für eine Kontaktaufnahme.
Stärkung der Arbeitgebermarke Unternehmen, die ihr Team sichtbar machen, signalisieren Wertschätzung und Stolz. Das wirkt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Mitarbeitende, die sich gesehen und anerkannt fühlen, identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen.
Passendere Bewerbungen Authentische Einblicke ziehen genau die Menschen an, die zur Unternehmenskultur passen – und schrecken zugleich diejenigen ab, die es nicht tun. Das erleichtert Recruiting-Prozesse und spart langfristig Zeit und Ressourcen.
Klare Differenzierung vom Wettbewerb Viele Unternehmen setzen nach wie vor auf austauschbare Stockfotos. Wer echte Mitarbeitende zeigt, hebt sich sofort positiv ab und wirkt nahbarer sowie glaubwürdiger.
Zum Thema Abwerbung gilt aus meiner Sicht: Ein starkes Team verlässt ein Unternehmen nicht wegen eines Fotos. Mitarbeitende gehen, wenn Perspektiven fehlen, Kultur nicht gelebt wird oder Führung nicht überzeugt.
Mein Fazit: Mitarbeiterfotos sind kein Risiko, sondern ein strategisches Instrument. Die entscheidende Frage lautet nicht: „Wen könnte ich verlieren?“ Sondern vielmehr: „Wen gewinne ich dadurch?“
Wie siehst Du das? Würdest Du dein Team bewusst zeigen – oder sich dagegen entscheiden?

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